Chronik des SSV - Allendorf 1920 e.V.

Bereits im Jahre 1919 wurde in Allendorf erstmals "inoffiziell" Fußball gespielt, damals allerdings noch nicht auf dem bekannten Fußballplatz am Allendorfer Berg, sondern unten im Dorf auf der Pfingstweide. Da hier in den Sommermonaten Heu gemacht wurde, gab es den Spielbetrieb nur vom Herbst bis zum Frühjahr. Erster Gegner war hier das Team aus Manderbach, die man mit 11:0 Toren nach Hause schickte.

Im darauffolgenden Jahr kam es dann im "Deutschen Haus" zur Gründungsversammlung des SSV 1920 Allendorf mit den Gründungsmitgliedern: Philip Winter, Hugo Strömann, Paul Jost, Alex Franz, Siegfried Franz, Hermann Weber, Willi Würtz, Lois Heppner, Arnold Born, Wilhelm Groß, Helmut Groß, Albert Petry und Ludwig Noll. Zum ersten Vorstand wurden an diesem Abend gewählt:

  • Philip Winter - 1. Vorsitzender
  • Willi Gail - Schriftführer
  • Albert Petry - Kassierer

Die Gemeinde Allendorf stellte dem Verein das Gelände am Allendorfer Berg als Sportplatz zur Verfügung und dieses wurde von den Vereinsmitgliedern in Eigenleistung hergerichtet. Es entstand ein Platz, der dem Gelände angepasst war und deshalb ein starkes Gefälle hatte, wobei man aber nichtsdestotrotz glücklich war auf einen eigenen Sportplatz zurückgreifen zu können. Die Gründungsfarben des SSV Allendorf waren schwarz/gelb. Bis zum heutigen Tage spielt der Sportverein auch noch in dieser Farbenkombination und trifft sich noch immer im Vereinslokal "bei Wäwersch".

In den Jahren 1919/1920 spielte man zunächst im Kreis Gießen/Wetzlar/Dillenburg; später schloss man sich dem Westdeutschen Spielverband an. Der "ersten" Mannschaft im Gründungsjahr gehörten folgende Spieler an: Heinrich Henze, Alex Franz, Wilhelm Groß, Helmut Groß, Ewald Betz, Willi Gail, Philip Winter, Albert Petry, Arnold Born, Paul Jost, Paul Betz und Karl Mohri (siehe Foto 1).

Der Spielbetrieb ruhte in den Jahren 1923/24/25, wobei die Gründe hierfür nicht überliefert sind. Ab dem Jahre 1925 rollte der Ball aber wieder. Der SSV Allendorf spielte in den folgenden Jahren mit drei Senioren- und zwei Jugendmannschaften. Ein Höhepunkt in den frühen Vereinsjahren war ein Gastspiel der Offenbacher Kickers auf dem Sportplatz am Allendorfer Berg. Zustande kam dieses Spiel, da die Brüder Philip und Ludwig Winter aus Offenbach stammten.

Im Jahr 1927 wurde der Sportplatz renoviert und das Gefälle begradigt. In den kommenden Jahren fand der SSV Allendorf großen Zuspruch, viele externe Spieler fanden den Weg nach Allendorf.

In den Kriegsjahren wurde wie vielerorts auch in Allendorf kein Fußball gespielt.

Nach dem Krieg erreichte man in der Saison 1945/46 erstmals ein Kreispokalfinale, welches man jedoch gegen den favorisierten SSC Burg nach großem Kampf mit 0:3 verlor.

In den Jahrzenten danach spielte der Verein ausschließlich in den Kreisligen A, B und C. Hervorzuheben ist hier unter anderem das Spieljahr 69/70, indem der SSV Allendorf in der B-Klasse I ungeschlagen Meister wurde (115:24 Tore) und folgerichtig in die A-Klasse aufstieg (siehe Foto 2).

Auch die Reserve des Spiel- und Sportvereins war erfolgreich und konnte bis zum heutigen Tage drei Reserve-Meistertitel feiern.

Ab Anfang der 70er Jahre schloss man sich im Jugendbereich mit Eintracht Haiger zusammen. Hier konnte man in den folgenden 3 Jahrzehnten viele Erfolge vorweisen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die C-Jugend des SSV zu erwähnen. Sie spielte Ende der Achtziger Jahre um die Hessenmeisterschaft - u.a. gegen renommierte Teams wie den VFB Marburg und Hessen Kassel. Im Jahre 1972 wurde dann auch der neue Rasenplatz offiziell eingeweiht. Heute spielt der SSV im Jugendfußballbereich sehr erfolgreich in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Steinbach und dem SSV Haigerseelbach.

Im Jahre 2002 schloss man auch im Seniorenbereich aufgrund Spielermangels eine Spielgemeinschaft mit dem SSV Haigerseelbach, welche jedoch in 2010 ihr Ende fand. In 2004 erreichte man mit der SG Kalteiche das Kreispokalfinale, welches man vor mehr als 700 Zuschauern erst in der Verlängerung mit 1:2 gegen den heutigen Gruppenligisten SSV Langenaubach verlor. Seit 2010 spielt der SSV Allendorf wieder eigenständig in der B-Klasse Nord.

Dem Spiel- und Sportverein gehören neben der Sparte Fußball auch die Damengymnastikgruppe (ab 1985), die Handball- (seit 1996) sowie die Trampolinabteilung (seit 2004) an und gegenwärtig sind etwa 330 Mitglieder zu verzeichnen.

Interessanterweise wurde die Handballabteilung auf einem Fußball-Hallenturnier im Dorf gegründet. Einige der Teilnehmer warfen den Ball lieber auf´s Tor, anstatt ihn zu schießen und beschlossen den Handball in Allendorf zu etablieren. Eine Zeit lang gab es auch eine Damenhandballmannschaft, die es sogar in ein international besetztes Turnier in Spanien schaffte.

Im Jahre 2008 konnte die Trampolinabteilung ihren ersten großen Erfolg verbuchen. Christin Großmann und Hannah Arnold errangen den Hessenmeistertitel im Trampolin-Synchronspringen für den SSV Allendorf. Einen weiteren Riesenerfolg feierte Christin Großmann bei den Hessischen Einzelmeisterschaften 2011 im Trampolinturnen: In Frankfurt gelang es ihr erstmals, eine Landesmeisterschaft für ihren Verein im Einzelwettbewerb zu holen.

Vorstände

Die Geschicke des Vereins lagen in den Jahren vor dem Krieg in den Händen von: Philip Winter, Alex Franz, Willi Gail, Erich Betz und Albert Burbach.

Weitere Vorstandsvorsitzende bis zum heutigen Tage waren: Albert Betz, Hermann Kretzer, Willi Höck, Werner Franz, Karl-Heinz Weber, Edgar Schol, Werner Franz, Wolfgang Kretzer, Bernd Heppner, Carsten Weber, Thomas Stahl und Rüdiger Weitzel.

André Brossmann und Vera Nickel im November 2011